EU stimmt endgültigen Energiespar- und Erneuerbaren-Zielen zu

10 Juli 2018
(Foto: Eric Haun)
(Foto: Eric Haun)

Die Europäische Union hat am Mittwoch nach monatelangen Gesprächen neue Klimaregeln verabschiedet, die auf eine Gesamtenergieeinsparung von 32,5 Prozent und einen Anstieg des Anteils erneuerbarer Energien auf 32 Prozent bis 2030 abzielen.

Die nationalen Regierungen müssen nun ihre eigenen Pläne für die Umsetzung des Klimaziels der Union ausarbeiten, die Treibhausgasemissionen im Einklang mit dem Übereinkommen von Paris bis 2030 um mindestens 40 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken.

Die Gespräche haben sich monatelang hingezogen, um einen Kompromiss zwischen dem Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedstaaten über die neuen Ziele für Energieeffizienz und erneuerbare Energien nach 2021 sowie die Durchführungsbestimmungen zu erreichen.

Ein Drängen des Gesetzgebers auf ehrgeizigere Ziele und eine strengere Überwachung der Bemühungen stießen auf den Widerstand der Mitgliedstaaten, die sich vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Bemühungen zur Emissionsreduzierung fürchten.

Umweltgruppen und der Gesetzgeber der Grünen Gruppe warnten, dass das Abkommen immer noch nicht dem Versprechen des Pariser Abkommens entspricht, die Erderwärmung weit unter 2 Grad zu halten.

"Die Maßnahmen reichen nicht aus, um die Verpflichtungen der EU aus dem Pariser Abkommen zu erfüllen", sagte der grüne Abgeordnete Benedek Javor. "Sie müssen rechtzeitig gestärkt werden, wenn wir unsere Klimaziele erfüllen wollen."

Das endgültige Abkommen enthält eine Klausel, die es der Union ermöglicht, die Klimaziele 2023 zu revidieren.

Analysten von Thomson Reuters sagten, die Änderung des Erneuerbaren-Ziels werde sich wahrscheinlich auf die zukünftigen Kohlenstoffpreise im europäischen Emissionshandelssystem (ETS) auswirken.

Das Emissionshandelssystem ist das wichtigste Instrument der EU zur Verringerung von Treibhausgasen, indem für jede Tonne Kohlendioxid (CO2), das von ihnen emittiert wird, etwa 12.000 Fluggesellschaften, Industrie- und Energieanlagen in Anspruch genommen werden.

Die Analysten gehen davon aus, dass die CO2-Emissionen aus dem Energiesektor um 700 Millionen Tonnen oder 6,5 Prozent niedriger sein werden als bisher für das Jahr 2030 prognostiziert, da mehr Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne stammt und weniger von umweltverschmutzenden fossilen Brennstoffen.

Geringere Emissionen bedeuten, dass die Nachfrage nach Emissionszertifikaten im ETS geringer sein wird, weshalb die Analysten ihre CO2-Prognose für 2030 um 6 Euro auf 29 Euro pro Tonne senken.


(Berichterstattung von Alissa de Carbonnel und Susanna Twidale; Schnitt von Jan Harvey)

Kategorien: Erneuerbare Energie, Finanzen, Regierungsaktualisierung, Regierungsaktualisierung, Windkraft